Kleine Wappenkunde

SONDERBERICHT zu: Woher kommt das Nesselblatt
Samstag, 23 Juli, 2011
erschienen in: 
Schaumburger Nachrichten

Schaumburg

Wappen (gleichbedeutend mit "Waffen") gibt es seit gut 900 Jahren. Sie dienten anfangs zur Unterscheidung der unter ihren Rüstungen "anonymen" Ritter und waren als Erkennungszeichen auf deren Schilden und Helmen (als "Helmzier" oder "Helmkleinod") aufgebracht.

Um die Markierungen schon von Weitem wahrnehmen zu können, mussten die Symbole einfach, klar und übersichtlich sein.

Gegen Ende des Mittelalters wurden die Zeichen zu erblichen Familiensymbolen. Auch Städte, Bistümer, Klöster, Zünfte sowie reiche und statusbewusste Bürgerfamilien legten sich Wappen zu.

Mit der zunehmenden Zahl stieg auch der Bedarf an Fachwissen und gestalterischen Regeln. Die Wappenkunde entwickelte sich zu einer Art eigenständiger (Hilfs-) Wissenschaft ("Heraldik"). Die Gundsatzregeln gelten bis heute: So dürfen nur sechs verschiedene Farben verwendet werden. Als Grundierung kommen die "Metalle" Silber (weiß) und Gold (gelb) in Betracht. Darüber hinaus sind Rot, Blau, Grün und Schwarz zulässig.

Auch die Kombination der Farben und der grafische Gestaltungsspielraum sind sozusagen "vorgegeben". Rechtsverbindlich sind diese Vorgaben allerdings nicht. Geschützt und einklagbar ist nur die Urheberschaft eines Wappens.

Wer als Firma, Familie oder Kommune sichergehen will, dass sein Logo nicht von anderen vereinnahmt wird, sollte sein Identitätskennzeichen in der "Wappenrolle" eines heraldischen Vereins registrieren lassen. Als seriöse Adressen gelten unter anderem die Vereine "Herold" (Berlin) und "Zum Kleeblatt" (Hannover).

Foto:
Im Gefolge des Engagements der Herren von der Schaumburg an der deutschen Nordgrenze ist das Nesselblatt zum vorherrschenden Wappenmotiv in Schleswig Holstein geworden. Hier - als Beispiele - die Hoheitszeichen der Landesmetropole Kiel (von links oben nach rechts unten), des Kreises Pinneberg und der Städte und Gemeinden Neustadt, Bad Oldesloe, Fehmarn, Bad Bramstedt, Flensburg und Bornhöved.